Schamanismus

 

Schamanismus

Anmerkung: Aufgrund diverser spiritueller, esoterischer und neopaganer Strömungen und Missbräuchlichkeiten dieses Namens lehne ich persönlich die Bezeichnung „Schamane“ ab. Nichtsdestotrotz ist das animistisch geprägte arbeiten mit Trommel, Rassel etc. ein Grundbestandteil meiner Arbeit. 

Schamanismus ist für mich eine Möglichkeit, bewusst in unserer intuitiven rechten Gehirnhälfte zu „reisen“, um durch die Erfahrungen und Bilder zu eigenen Erkenntnissen und möglichen Lösungen für sich selbst oder für andere zu kommen. Ein schamanischer Weg ist meines Erachtens immer ein selbst erfahrener. Er kann nicht erlesen oder nachgemacht werden.

Ein schamanisch lebender und wirkender Mensch ist keineswegs verrückt, sondern kann sehr klar zwischen einem Wachzustand in der uns bekannten realen drei D Welt und den „Traumbildern“ die durch den Klang einer Trommel, Rassel etc, oder ganz in der Stille empfangen werden. Es gibt viele schamanische Wege und jeder, der mit absolutem Mitgefühl und Wertschätzung des Lebens begangen wird, hat meinen Respekt. Was ich absolut verneine ist die mittlerweile sehr übergriffige Art und Weise, mit der ausländische indigene Rituale einfach kopiert werden ohne die meiner Meinung nach dazugehörigen inneren Reife und auch Achtung. Aber jeder soll das tun, was er für richtig hält. Wir Menschen aus einem so genannten westlichen „zivilisierten“ Kulturkreis orientieren uns oft an den Lehrern indigener Kulturen, die das Wissen um die „Geisterwelt“ noch in ihrem täglichen Leben verankert haben – anders als das häufig sehr mechanische Weltbild („ ich kann nur an das Glauben, was ich sehen und anfassen kann“), welches oftmals die Industrienationen prägt. Ob die Lehren zb. aus dem Amazonas für einen Menschen passen, der in Mitteleuropa aufgewachsen ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich bin einen anderen Weg gegangen und gehe ihn immer noch. Oftmals werden Helfer/Heiler/Schamanen von anderen Kontinenten als indigen bezeichnet und die Menschen in Nordeuropa als „die Weißen“. Ich lehne das ab. Jeder Mensch ist indigen. Jeder  ist ein Kind der großen Mutter Erde. Und jeder Kontinent hat sein Heilswissen, seine heiligen Plätze und Rituale. Nur ein Beispiel: In Nordamerika ist es ca. 400 Jahre her, das begonnen wurde, die dortigen Traditionen, Weltbilder und deren Menschen zu schänden und auszurotten. In Südamerika ist es ca. 600 Jahre her. In Europa liegt dieser Zeitpunkt mindestens 1600 Jahre zurück. Uralte Bäume wurden gefällt, heilige Plätze geschändet, die Religion als politisches Machtinstrument eingeführt und die Menschen, die sich wiedersetzten, getötet. Meiner Meinung nach gibt es die Schuld des „weißen Mannes“ nicht, aber es gibt die Gier des Geldes ( Goldes). Und die existiert überall. Ungeachtet der Hautfarbe, Abstammung etc.

Wie auch bei meiner Arbeit lehne ich jede Art von Gurudenken ab. Es gibt Menschen, die gewisse Wege beschritten haben und davon erzählen können und diese weitergeben können. Das ist für mich ein Lehrer. Überhöhung ist meiner Meinung nach immer fehl am Platze.

Mein spirituelles Weltbild ist eher auf Energien und deren Wirkung und Essenz ausgelegt, als auf Formen und Namensgebungen verschiedener „Götter“. Ich möchte an dieser Stelle abermals ausdrücklich etwas betonen: jeder Weg, der nach innen führt und herzlichst und mit Entschlossenheit zum höchsten Wohle von allem was ist begangen ist, hat meine absolute und uneingeschränkte Achtung. Ich selber bevorzuge jedoch den Weg, der sich mir offenbart hat auf dem Boden Europas. Noch einmal: Dies ist keine Wertung! Ich kann es nicht oft genug betonen. Der Beginn aller Tätigkeit war die schamanische Reise. Dieser Zugang ist für die meisten Menschen möglich. Was man daraus dann macht, wie oft man reist aber auch vor allem wie bewusst man sich darauf einlässt muss jeder entscheiden.

Nochmals Zusammenfassend:
Schamanismus hat für mich mehr mit einer inneren Einstellung zu tun, als mit lauten, expressiven Ritualen. Aber wie alles ist das nur meine Meinung und jeder mag seinen eigenen Weg gehen…